Statistik der Schwangerschaftsabbrüche 2008
An das statistische Bundesamt wurden 2008 insgesamt 114 464 Schwangerschaftsabbrüche gemeldet. 2008 war die Zahl der gemeldeten Abtreibungen um 2387 geringer als in Vorjahr. Dies entspricht einem Rückgang von 2,0%. 53,6% der Frauen waren zum Zeitpunkt der Abtreibung ledig, 41,2 % verheiratet.
Der überwiegende Teil der Frauen, die eine Abtreibung vornehmen ließen, waren zwischen 18 und 34 Jahren alt. Der Anteil betrug 72,6 %.
15,1% waren zwischen 35 und 39 Jahren.
40 Jahre und älter waren 7,7 % der Frauen, 4,7 % minderjährig.
Zum Zeitpunkt der Abtreibung hatten 40,8 % der Frauen noch keine Lebendgeburt.
Von den über 30jährigen Frauen entschieden sich 16,1% der Frauen gegen ihre Schwangerschaft, obwohl sie bisher kinderlos waren. Bei den über 35jährigen lag dieser Anteil bei 12,8 %. Während in den alten Bundesländern 42,5 % der Frauen die einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen ließen noch keine Lebendgeburt hatten, betrug dieser Anteil in den neuen Bundesländern (jeweils ohne Berlin) 32,3 %, er fiel damit wesentlich geringer aus.
Mit 97,4 % wurde der wesentliche Anteil der Abtreibungen nach der Beratungsregelung vorgenommen. Eine medizinische oder kriminologische Indikation lag 2,6 % der Abtreibungen zur Grunde.
Vor der sechsten Schwangerschaftswoche wurde die Abtreibung in 13,4 % der Fälle vorgenommen. In 49,2 % der gemeldeten Fälle in den alten Bundesländern wurde die Schwangerschaft vor der achten Woche beendet; in den neuen Ländern lag der Anteil bei 42,1 %. Der Anteil der Abtreibungen in der zehnten bis zwölften Woche machte in den alten Bundesländern 16,9 Prozent aus. In den neuen Ländern betrug der Anteil 21,6 % und war somit um einiges höher.
Bei den Abtreibungsmethoden stellte die Vakuumaspiration mit 74% die mit Abstand am häufigsten angewandte Methode dar. Die Anzahl der Abtreibungen, die mit dem Wirkstoff Mifepriston, der unter dem Markennamen Mifegyne vertrieben wird, vorgenommen worden sind, stieg von 10% auf 12,2 Prozent an der Gesamtzahl der Abbrüche.
Die absoluten Zahlen der Abtreibungsstatistik gelten nur als begrenzt aussagekräftig. Infolgedessen ist es üblich, zwei Quoten zu berechnen:
Erstens die Quote der Schwangerschaftsabbrüche bezogen auf die Frauen im gebärfähigen Alter, d.h. im Alter von 15 bis unter 45 Jahren , international als „abortion rate“ bezeichnet.
Diese Quote berücksichtigt den demographischen Faktor. Somit kann beispielsweise festgestellt werden, ob eine Veränderung von einem zum andern Berichtszeitraum tatsächlich vorliegt, oder ob diese auf eine Zu- oder Abnahme der Bevölkerung in der Altersgruppe zurückzuführen ist. Regionale Vergleiche werden erst durch diese Quote ermöglicht.
Zweitens die Quote der Schwangerschaftsabbrüche bezogen auf die Geborenen (Lebend- und Totgeborene) international „abortion ratio“ genannt.
Die Anzahl der Abtreibungen je 10.000 Frauen im Alter von 15 bis unter 45 Jahren (Quote der Schwangerschaftsabbrüche bezogen auf die Frauen im Gebärfähigen Alter) lag 1996 bei 76 und 2008 bei 71. In der Altersgruppe der 15- bis unter 18- jährigen lag der vergleichbare Wert bei 33 und im Jahr 2008 bei 36.
Es ist darauf hinzuweisen, dass je nach Bundesland teils unterschiedliche Kriterien zur Erfassung der Ärzte und Krankenhäuser, in deren Einrichtungen Abtreibungen vorgenommen werden, existieren und es infolgedessen auch kein einheitliches Verfahren bei der Meldung der Anschriften an das Statistische Bundesamt gibt. Manfred Spieker, Professor für Christliche Sozialwissenschaften an der Universität Osnabrück geht von wesentlich höheren Abtreibungszahlen aus, da die Statistik in Teilen nicht überprüfbar sei.








Das sog. Abtreibungsrecht ermöglicht der Frau keineswegs mehr Selbstbestimmung, wie immer wieder behauptet wird. Das Gegenteil ist vielmehr der Fall.
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