Über 3000 Lebensrechtler in Berlin

Am Samstag, den 21.September 2012 fand in Berlin der zehnte Marsch für das Leben statt. Wie jedes Jahr, haben wir auch diesmal am Marsch teilgenommen. Verstärkung bekamen wir von einer Gruppe junger Erwachsener aus dem ITI (Internationales Theologisches Institut), die in der Nähe von Wien Theologie studieren und aus der ganzen Welt kommen. Sie hatten eine weite Anreise hinter sich und waren schon, wie fast alle, seit mehreren Stunden mit dem Auto oder Zug unterwegs, um nach Berlin zum Marsch zu kommen.

Über 3000 Menschen auf dem Marsch für das Leben

Über 3000 Menschen auf dem Marsch für das Leben

 

Am Freitag begann daher unser Pro-Life-Wochenende mit einem kurzen Kennenlernen und regen Austausch mit den Studenten von ITI, wo sich direkt Gelegenheit ergab, sein Englisch aufzufrischen. Müde gingen wir ins Bett, denn am nächsten Tag erwartete uns volles Programm. Am Samstag begannen wir mit einem reichhaltigen Frühstück und stürzten uns in den Tag. Während ein Teil der Gruppe den Vormittag zur Besichtigung der Stadt nutzte, besuchten die anderen die Eröffnung des Bestandes „Lebensrecht“ in der Bibliothek des Konservatismus, die sich irgendwo in Berlin befindet. Berlin ist eine riesige Stadt und man verliert leicht den Überblick. Ein spannender Vortrag war hier zu hören und nach einer kurzen Stärkung und Schlendern durch die Bücherregale machten wir uns zum Bundeskanzleramt auf, wo die Kundgebung vor dem Marsch stattfand.

Bereits aus der Ferne sahen wir eine große Menschenmenge. Ein Musiker sorgte mit lockerer Hip-Hop-Musik und mit guten Texten für Stimmung. Bereits hier konnten wir mehr Menschen als im letzten Jahr sehen: Laut polizeilichen Angaben waren 3.000 Menschen am Marsch beteiligt, was gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 800 ist! Eine große Gruppe von 200 Jugendlichen aus dem polnischen Stettin kam zum Marsch. Auch wenn der Marsch für die Polen eine unangenehme Überraschung war (in Polen und auch im internationalen Vergleich gibt es nicht diese Gegenproteste wie in Berlin), so hatten sie nun die „Feuertaufe“ hinter sich und wollen auch nächstes Jahr kommen. Doch der Großteil des Zuwachses resultierte aus der guten Werbung, die bis zu Kooperation mit der Deutschen Bahn reichte und schließlich auch dem dringenden Anliegen, die immer noch sehr hohen Zahl an Abtreibungen in Deutschland zu verringern.

Auch viele Jugendliche waren angereist.

 

Bei der Kundgebung sprach ein 17-jähriges schwangeres Mädchen und machte deutlich, dass Schwangerschaft keine Gefahr für sie darstelle und sie sich auf ihr Kind freue. Eine Mitarbeiterin der Organisation „Rahel“ berichtete von ihrer Arbeit, die darin besteht, Frauen nach Abtreibung in ihrer Situation zu helfen. Ein Schwangerschaftsabbruch ist kein harmloser Eingriff und er hinterlässt sowohl körperliche wie auch seelische Spuren. Ebenfalls sprach der Mediziner Holm Schneider und legte mit Nachdruck Wert darauf, dass Menschen unabhängig von Krankheiten und Behinderungen ein Recht auf Leben haben. Gerade dieses Recht von Menschen mit Behinderung wird durch aktuelle Entscheidungen des Gesetzgebers zur Zulassung der PID oder des vorgeburtlichen Bluttestes auf das Down-Syndrom besonders in Frage gestellt.

Handlungsbedarf gibt es also enorm – also machten wir uns auf den Marsch für das Leben. Der Weg führte vorbei am Bahnhof, Bundesrat, und quer durch die Stadt zur Kirche St. Hedwig. Dieses Jahr konnte diese Kirche aufgrund der großen Zahl an Teilnehmer nicht alle Menschen aufnehmen, so dass eine große Gruppe vor der Kirche betete. Hartmut Steeb, der Generalsekretär der Evangelischen Allianz, marschierte in der ersten Reihe und sprach in der Kirche ein Grußwort.

Ein Wort noch zu den Gegendemonstranten: Dieses Mal waren es deutlich weniger, die Polizei zählte rund 100 (im Vorjahr 400) Protestierer. Aufgrund dieser Zahl hatten sie es sichtlich schwer, den Marsch zu begleiten: bei der Kundgebung waren sie kaum hörbar und auch beim Marsch selbst musste man sie teilweise schon suchen. Allerdings gelang es einigen sich wieder unter den Marsch zu mischen und einige Kreuze zu entwenden. Dennoch war der Marsch sehr ruhig und friedlich und die Stimmung war durchgehend positiv.

Nach dem Marsch war der Tag noch längst nicht zu Ende. Am Abend fand in unserer Unterkunft eine Pro-Life-Konferenz statt. Eine Autorin stellte ein Buch über Abtreibung und ein Gast aus Rumänien berichtete über die dortige Situation rund um Lebensrecht und Menschenwürde. Das ITI präsentierte sich mit einem kurzen Video und auch wir selbst stellten unsere Arbeit vor. Zuletzt vielen Dank auch an Peter Winnemöller für seinen tollen Bericht über die Tage mit der Jugend für das Leben.

 

Unsere 2. Internationale Konferenz war ein voller Erfolg

Unsere 2. Internationale Konferenz war ein voller Erfolg

Am nächsten Tag verließen wir – teilweise sehr übernächtigt – die Unterkunft und nach Gottesdienst und einem ausgiebigen Brunch auch die Stadt Berlin. Es war ein wunderschönes Wochenende, voller neuer Eindrücke, guter Erlebnisse und neuer Kontakte. Ein Wochenende, welches gezeigt hat, dass Lebensschutz nicht unpopulär, sondern im Gegenteil, modern, anziehend und jugendlich ist.

Sei auch Du das nächste Mal dabei. Wir freuen uns auf Dich!

Martin

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